Faszien- und Triggerpunkttechnik

Shiatsu

Hinsichtlich der Entwicklung einer Faszien- und Triggerpunkttechnik haben Janet Travell und David Simons erstmals 1983 in ihrer zweibändigen Monographie „Myofascial Pain and Dysfunction“ anhand vieler Beispiele dargelegt, dass die Ursache der häufigen unspezifischen Schmerzen im Bewegungssapparat meist in der Muskulatur liegt.

Was ist ein Triggerpunkt

Als sogenannter Triggerpunkt wird eine lokale Kontraktur im Muskel bezeichnet, der durch Überlastung und Traumatisierung mit einer schmerzhaften Ischämie fertig werden muss. Oftmals zieht diese Ischämie eine lokale Nekrose nach sich, die immer in einer bindegewebigen Verkürzung endet.

Auslöser einer Überlastung

Chronische Überlastungen entstehen bei monotonen Arbeitsabläufen oder stundenlanger Aktivierung einzelner Muskelgruppen, z.B. Spielen eines Musikinstruments. Sie entstehen oft schleichend.

Lang anhaltende mechanische Belastungen der Muskulatur können aufgrund einseitiger Belastungen entstehen, z.B. Beinlängendifferenzen und Skoliosen. Eine Skoliose an sich ist nicht schmerzhaft, allerdings die überdehnte Rückenstreckmuskulatur an der konvexen Seite.

Akute Überdehnungen passieren häufig beim Sport, z.B. Ballett, Hürdenlauf, aber auch durch Stürze und Auffahrunfälle. Ebenfalls kann heftiges Aufprallen oder Schläge z.B. bei Kampfsportarten ein direktes Trauma des Muskels auslösen.

Funktionelle Störungen im Ileosakralgelenk oder Wirbelblockaden können auch myofasziale Triggerpunkte bilden. Neue Triggerpunkte entstehen unter anderem durch Gelenkentzündungen, Schleimbeutelentzündungen und Arthrosen, die zu Schon- und Fehlhaltungen und damit zu Überlastungen einzelner Muskelgruppen führen.

Bandscheibenvorfälle mit Nervenkompression können im Zielgewebe des beengten Nervs Triggerpunkte auslösen. Nicht zuletzt sind auch erkrankte Organe als erhöhtes Risiko für die Entstehung neuer Triggerpunkte zu nennen, die ausstrahlende Schmerzen in den Bewegungsapparat, meist in den Bauchraum, verursachen.

Hinweis: In der Körper Balance wird davon ausgegangen, dass gestresste Organe des Bauchraums ihren Spannungszustand an die umgebende Muskulatur abgeben. Sie beeinflussen somit die damit im Zusammenhang stehende Referenzmuskulatur. Das führt wiederum zu axialen Dysbalancen und Schmerzhaftigkeiten.

Manuelle Therapie

Die in der Schweiz entwickelte manuelle Therapie stützt sich auf die von Travell und Simons dargestellte Therapieform der Faszien- und Triggerpunkttechnik und vereint eine Behandlung sowohl des muskulären Triggerpunktes als auch des verkürzten Bindegewebes. Es werden manuelle Techniken, Dehnungen und ergonomische Aspekte eingeschlossen.

In Europa hat sich die Myofasziale Triggerpunkt – Therapie in der Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates etabliert.

Mit den Erkenntnissen von Travell/Simon sowie eines schlüssigen Kurs-Curriculums der in 1995 gegründeten Interessengemeinschaft für Myofasziale Triggerpunkt – Therapie, das vor allem die bindegewebigen und muskulären Strukturen in den Mittelpunkt stellt, wurde damit eine bedeutende Leistung im Bereich der medizinischen Schmerztherapie erbracht.

Diese Methode ist für den akuten Schmerz oft Therapie der Wahl und scheint sogar bei chronisch jahrelang bestehenden Schmerzen erfolgreich zu sein.

Anwendung der Faszien- und Triggerpunkttechnik

Ich folge bei der Anwendung der Faszien- und Triggerpunkttechnik Kenntnisse unter anderem den Anleitungen aus dem Praxisbuch Myofasziale Triggerpunkte von Heidi Tanno-Rast.

Die Erfahrungswerte und Hinweise beziehe ich in alle meine Massagen bzw. in der Arbeit Bewegungstherapie nach Dr. Göran Semper (Körper Balance) ein.

Ihr nächster Schritt

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