Dünndarmfehlbesiedlung

Dünndarmfehlbesiedlung

Die Dünndarmfehlbesiedlung ist eine ernst zunehmende Ursache des Reizdarmsyndroms und betrifft 2 von 3 Patienten mit Reizdarmsymptomen. Das heißt ca. 60%.

Im Bereich der Medizin spricht man bei einer Dünndarmfehlbesiedlung von einem SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth).

Es handelt sich dabei um eine Überwucherung der Dünndarmflora mit Dickdarmkeimen.

Im Barmer Arztreport von 2019 wird berichtet, dass sogar 11 Mio. Deutsche davon betroffen sind.

Patienten berichten von Symptomen, wie einem aufgeblähten Bauch, Aufstoßen und oft auch Bauchschmerzen. Diese treten meist unmittelbar nach den Mahlzeiten auf und vergehen erst wieder nach Stunden.

Es können sich chronische Verstopfung und oder Durchfall einstellen. Zusätzlich zu den Beschwerden kann sich auch ein gewisses Benebeltsein (Brainfog) zeigen bzw. Konzentrationsstörungen.  Vermutlich wird das durch Intoxikation der Abprodukte (D-Milchsäure) der fälschlicherweise im Dünndarm angesiedelten Bakterien hervorgerufen.

Langfristig kann es zu Mangelerscheinungen und Gewichtsabnahme kommen. Häufig sehen wir hier auch einen Vitamin B12 Mangel.

Weitere Symptome können sein:

  • Mundgeruch
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Schleimhautreizungen
  • Malassimilation
  • Sekundäre Fruktosemalabsorption
  • Sekundärer Laktase- und Diaminoxidasemangel
  • Leaky-Gut-Syndrom

Bakterien

 

Ursachen der Dünndarmfehlbesiedlung

  • Hochwuchern der Colon-Mikrobiota
  • Verletzung der Ileozökalklappe
  • Reduktion der Dünndarm-Mikrobiota
  • Peristaltikstörungen
  • Oralisierung

 

Hochwuchern der Mikrobiota

 

Zum Hochwuchern der Colon-Mikrobiota kann es kommen, wenn zum Beispiel zu wenig Magensäure produziert wird. Wenn Sie das bei sich vermuten, können Sie es mit einem einfachen Hausmittel zunächst selbst testen. Nehmen Sie dazu 1 TL Natron (Kaisernatron, Bullrichsalz) in ein Glas Wasser und nehmen ein, zwei Schlucke. Wenn Sie unmittelbar danach aufstoßen müssen ist alles fein, wenn nicht, könnte es daran liegen, dass Sie zu wenig Magensäure haben.

Zu den weiteren Ursachen für das Hochwuchern zählen

  • die Einnahme von PPI (sogenannten Protonenpumpenhemmern),
  • eine exokrine Pankreasinsuufiziens,
  • Gallenstauung,
  • Laktoseintoleranz,
  • Frukosemalbsorption.

Verletzung der Ileozökalklappe

 

Verletzungen der Ileozökalklappe bzw. Bauhin´schen Klappe können durch Darmspiegelungen verursacht werden oder sich als Operationsfolge ergeben.

 

Mögliche Ursachen der Reduktion der Dünndarm-Mikrobiota

 

  • Quecksilber
  • Alkohol
  • Antibiotika

Bei Antibiotika muss nach Wirkstoffen unterschieden werden. Dies haben verschiedene Auswirkungen auf die intestinale Mikrobiota. Studien haben ergeben, dass die Einnahme von AB bis zu 2 Jahren danach noch nachweisbar ist. Bei wiederholten Antibiosen kann sich die Mikrobiota regenerieren, bleibt aber im Vergleich zum Ausgangszustand nachhaltig verändert.

Ursachen der Peristaltikstörungen

 

  • Lamblien
  • Nach Camphylobakterinfektion
  • Diabetische Enteropathie
  • Amyloidose
  • Sklerodermie

Ursachen der Oralisierung

 

  • Hypoazidität des Magens
  • PPI
  • Anal-orale Sexualtechniken

 

Zucker und Entzündungen

 

Diagnostik der Dünndarmfehlbesiedlung 

 

Wie stellt man nun eine Dünndarmfehlbesiedlung fest?

In der Stuhldiagnostik findet man in der Verteilung der Mikrobiotia Hinweise.

Um Gewissheit zu erlangen wird hierfür ein spezieller Atemtest verwendet.

Die Testung selbst erfordert einen Zeitaufwand von 3 Stunden. Sie können die Prozedur bequem zuhause durchführen und das probenmaterial in das Speziallabor mit der Post einsenden.

Sollte eine Dünndarmfehlbesiedlung vorliegen, wird der Zucker von den im Übermaß vorhandenen Bakterien fermentiert noch bevor er resorbiert werden kann. Dabei entsteht Wasserstoff.

Steigt der Wasserstoffgehalt der Atemluft 30 bis 60 Minuten nach Einnahme des Zucker-Wasser-Gemischs nicht, kann die Dünndarmfehlbesiedlung ausgeschlossen werden.

 

Behandlung der Dünndarmfehlbesiedlung

 

Bei der Behandlung der Dünndarmfehlbesiedlung muss unter anderem auf die Beseitigung der Ursachen geachtet werden. 

In meiner Praxis kommen kräutertherapeutische Mittel zur gezielten Darmbehandlung zum Einsatz. 

Es hat sich als förderlich erwiesen zusätzlich auch manuelle Therapien, begleitet von Ohrakutpunktur anzuwenden.

 

Was Sie selbst tun können

 

Natürlich spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Gute Rezepte, Erklärungen und Motivation finden Sie bei den Ernährungsdocs, z.B. Ernährung bei Dünndarm-Fehlbesiedlung.

Die Hauptbotschaft lautet in jedem Fall: Kohlenhydrate reduzieren. Der Süßhunger vergeht übrigens von ganz alleine, sofern Sie ausreichend Proteine zu sich nehmen und auch die Nährstoffmängel beseitigen, hier insbesondere den magnesium – Mangel.

3 Regeln, die für alle gelten:

  • Gründlich kauen, langsam essen.
  • Nicht zu viel trinken vor / während / nach dem Essen.
  • Keine Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten. Es ist wichtig ca. 4 Stunden Karrenz dazwischen zu haben.

Die Behandlung des Nervus Vagus über Atemtechniken, Meditation, Yoga, Qi Gong hat sich zudem als sehr empfehlenswert hausgestellt.

 

Weiterführende Links

 

Ihr nächster Schritt

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